Mit der „Malizia My Ocean Challenge“ auf Entdeckungsreise in die Welt der Ozeane –

Anlässlich des World Ocean Day am 8. Juni nahm die 5a im Kunstunterricht am digitalen Klassenzimmer der Malizia My Ocean Challenge teil. Die Bildungsinitiative des Team Malizia verbindet Hochseesegeln, Klimaforschung und Umweltbildung auf eindrucksvolle Weise und machte deutlich, welche zentrale Rolle die Ozeane für unser Leben spielen.

Diu Beginn gab Birte Lorenzen-Herrmann spannende Einblicke in das Leben an Bord der Segelyacht Malizia. Sie berichtete von den Herausforderungen von Boris Hermann und den anderen Hochseeseglerinnen und Seglern bei der Vendée Globe, dem härtesten Einhand-Segelrennen der Welt. Schlafen in nur 20-Minuten-Intervallen, Kochen bei starkem Seegang oder Reparaturen hoch oben im Mast mitten auf dem offenen Ozean – all das gehört zum Alltag der Seglerinnen und Segler.

Warum heiß unser „blauer Planet“ eigentlich Erde? Rund drei Viertel seiner Oberfläche von Wasser bedeckt – eigentlich könnte unser Planet genauso gut Ozean heißen. Gemeinsam hielten wir einen Moment inne und atmeten bewusst ein. Dabei wurde deutlich: Jeder zweite Atemzug hängt mit den Ozeanen zusammen, denn sie produzieren einen großen Teil unseres Sauerstoffs und nehmen gleichzeitig enorme Mengen Kohlendioxid auf. Ohne die Meere wäre das Klima auf der Erde deutlich heißer. Besonders eindrucksvoll war die Erkenntnis, dass Kohlendioxid ein unsichtbares Gas ist – wir können es weder sehen noch riechen oder schmecken und unterschätzen deshalb leicht seine Bedeutung.

Die Segelyacht Malizia ist zugleich ein schwimmendes Forschungslabor. Auf ihren Reisen sammelt sie wissenschaftliche Daten, unter anderem in der Antarktis. Diese wird häufig als „Ende der Welt“ bezeichnet, ist aber tatsächlich ein Motor unseres globalen Klimas. Seit dem Antarktisvertrag von 1961 dient sie ausschließlich der friedlichen Forschung und dem Naturschutz. Schiffe halten an, wenn Wale, Pinguine oder andere Tiere kreuzen.

Ein weiterer Gast war der Forschungstaucher Uli Kunz, der faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelt gab. Er berichtete von winzigen Moostierchen, riesigen Kelpwäldern und dem unscheinbaren Krill, der die Lebensgrundlage für Wale, Pinguine und zahlreiche weitere Meerestiere bildet. Umso nachdenklicher machte die Information, dass Krill inzwischen auch für die Herstellung von Krillöl genutzt wird. Dadurch wird deutlich, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen der Meere ist und Produkte aus dem Supermarkt mit Krillöl zu meiden!

Eindrucksvoll waren auch die Bilder von Danger Island vor der Antarktischen Halbinsel. Dort leben über eine Million Brutpaare von Adeliepinguinen. Mithilfe kleiner Sender erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie weit die Tiere inzwischen schwimmen müssen, um ausreichend Nahrung für ihre Jungen zu finden. Solche Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse über Veränderungen der Fischbestände und des Klimas.

Ebenso faszinierend waren die riesigen Kelpwälder bei Ushuaia und auch vor Helgoland. Die bis zu 25 Meter hohen Braunalgen bieten zahlreichen Lebewesen wie Königskrabben, Einsiedlerkrebsen und Robben Schutz und Lebensraum. Erfreulich war die Nachricht, dass sich die Kelpwälder vor Helgoland dank gezielter Schutzmaßnahmen wieder erholen.

Zum Abschluss schaltete sich Checker Tobi dazu und nahm die Schülerinnen und Schüler gedanklich mit nach Grönland und Tasmanien. Seine Berichte machten deutlich, wie vielfältig und zugleich empfindlich die Lebensräume unseres Planeten sind. Außerdem erinnerte er an die UN-Kinderrechte: Jedes Kind hat das Recht, auf einem gesunden Planeten aufzuwachsen. Mitglieder des UNICEF-Junior-Teams ermutigten die Kinder und Jugendlichen, selbst aktiv zu werden. Ihre Botschaft lautete: Wichtig ist, überhaupt anzufangen.

Passend dazu werden alle Teilnehmenden einen Sticker mit der Aufschrift „Wir machen Welle“ erhalten. Die Botschaft dahinter gefiel uns besonders: Gemeinsam können viele kleine Beiträge eine große Wirkung entfalten.

Mit der Teilnahme an der Malizia My Ocean Challenge wurde deutlich, dass Umweltbildung weit über die Vermittlung von Wissen hinausgeht. Auch wenn einige Inhalte den Schülerinnen und Schülern bereits bekannt waren, wurde ihnen erneut bewusst, wie unverzichtbar die Ozeane für unser Leben sind – und dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, sie zu schützen. Die Aktion war motivierend, inspirierend und machte Lust darauf, selbst Verantwortung für unseren blauen Planeten zu übernehmen.

Im Kunstunterricht griffen wir das Thema direkt kreativ auf. Aus Ton gestalteten die Schülerinnen und Schüler quadratische Reliefkacheln, auf denen sie ihre Eindrücke aus der Welt der Meere festhielten. Mit verschiedenen Gestaltungstechniken entstanden Schildkröten auf dem Weg ins Wasser, Wal- und Delfinflossen, Muschelstrukturen sowie Wellenreliefs. Nach den Sommerferien werden die Arbeiten gebrannt und glasiert.

Anschließend beginnt der zweite Teil des Projekts: Inspiriert von der geheimnisvollen Tiefsee entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigene Fantasiewesen aus Ton. Da ein großer Teil der Tiefsee bis heute kaum erforscht ist, bietet sie viel Raum für Kreativität und Vorstellungskraft. Die fertigen Arbeiten werden später in der Schule ausgestellt.

Mit der Teilnahme an der Malizia My Ocean Challenge wurde deutlich, dass Umweltbildung weit über die Vermittlung von Wissen hinausgeht. Auch wenn einige Inhalte der Klasse bereits bekannt waren, wurde ihnen erneut bewusst, wie unverzichtbar die Ozeane für unser Leben sind – und dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, sie zu schützen. Die Impulse aus dem digitalen Klassenzimmer wirken im Kunstunterricht weiter: Indem die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke gestalterisch umsetzen und später eigene Tiefseewesen entwickeln, setzen sie sich kreativ mit der Vielfalt und Schutzbedürftigkeit der Ozeane auseinander. So wird aus Wissen persönliche Erfahrung – und aus Neugier Motivation, unseren blauen Planeten zu bewahren.