„Wenn etwas an der Hebbelschule beschissen ist, dann sind es die Toiletten.“ Diesen Satz aus der Schülerzeitung von 1991 hat Luisa Galli für ihre Ausstellung in einem Profilseminar in Pink hervorgehoben. Dafür hat sie das gesamte Schülerzeitungsarchiv seit 1959 durchgearbeitet, Hunderte Ausgaben. Gefunden hat sie Artikel wie „Der Klo-Report“, „The Toilet Saga“ oder „Toilettenterror“. Seit Jahrzehnten geht es darin um verstopfte Abflüsse, Klopapier auf dem Boden, Gestank und Vandalismus.

Mit den Toiletten beschäftigt sich Luisa seit sie 13 Jahre alt ist. Als Schülersprecherin setzte sie sich unter anderem für ausreichend Klopapier und kostenlose Menstruationsprodukte ein. Heute geht es ihr mit der Ausstellung um mehr als einzelne kaputte Klobrillen. Für sie sind die Toiletten einer der wenigen Orte an Schulen, an denen Schülerinnen und Schüler unter sich sind, ohne Aufsicht. Ein Ort, an dem politische Sticker kleben, Kritik geäußert wird und Jugendliche Grenzen austesten. Jetzt hat die SZ einen großen Artikel um ihr Engagement beschrieben, der viel in der Hebbel stattfindet. Im Interview spricht Luisa darüber, wie aus einem vermeintlich kleinen Schulthema politisches Engagement wurde und warum Demokratie nicht erst im Rathaus, im Landtag oder in Berlin beginnt. Die Ausstellung zeigt damit auch eine Frage, die über die Toiletten hinausgeht: Wer entscheidet eigentlich über die Räume, in denen wir täglich leben, und werden Schülerinnen und Schüler dabei gehört?