wenn ein ANT-Projekt im Wattenmeer landet –
Am Montag, den 21.6.26, starteten  die 20 Lernenden der ANT-Gruppe frohgemut ihr Wetterballonprojekt HELIOS II mit einem Start des Ballons  auf dem Sportplatz vor den Augen der gespannten Schulgemeinschaft. Finanziell großzügig unterstützt wurde das Projekt durch großzügige Spenden der Stiftergemeinschaft der Förde Sparkasse und der ELAC Electroacustic GmbH. Nach einem spannenden Abflug durch eine Eichenkrone begann der Flug bei bestem Flugwetter und der Ballon ließ sich über Minuten hinweg mit den Augen und Kameras verfolgen und entzog sich erst in großer Höhe den Blicken.

Kurz darauf startete dann die Ballonhatz und vier Autos mit 11 Ballonjagenden fuhren quer durch Schleswig-Holstein zum ersten simulierten Landeplatz in der Nähe von Wahlstedt. Dann begann der Nervenkitzel, ob sich die Tracker in der Ballonsonde endlich wieder meldeten, sobald die Flugroute unter 10 000 m Flughöhe sank. Und es wurde gewartet und gewartet. Die letzte Meldung war dann gegen 12:30 Uhr bei Bargteheide, allerdings vom noch steigendem Ballon.

Nach Verstreichen der errechnete Landezeit zeigte sich immer noch kein Lebenszeichen aus der Ballonsonde, deshalb wurde noch einmal die Flugbahn geprüft und mit unterschiedlichen Steiggeschwinigkeiten an die früheren Positions-Meldungen gefittet. Es zeigte sich, dass der Ballon sich deutlich anders verhielt als erwartet. Während noch diskutiert wurde, ob man zum nächsten extrapolierten Landeplatz fahren sollte, gab es plötzlich ein neues Lebenszeichen südlich von St. Peter-Ording etwa 161 km westlich von unserem erwarteten Landeplatz mit einer denkbar ungünstigen Situation, 8000 m hoch, mit 4 m/s Sinkgeschwindigkeit und klarem Kurs nach Süden, mitten hinaus auf Wattenmeer, etwa drei Stunden vor dem nächsten Hochwasser. Unser Ballon war zu einem Floater geworden, einem Ballon, der in höheren Lagen durch die starken Winde sehr weit verdriftet wird, bevor er irgendwann endlich platzt und wieder zum Boden sinkt. Das bedeutete, dass alle berechneten Routen hinfällig geworden waren.

Leider blieb das für die nächste bange Stunde die einzige Rückmeldung von unserer Sonde, so dass wir davon absahen, an der Nordseeküste weiter nach ihr zu suchen, es fehlte ja der geeignete Landeplatz, um mit der genauen Suche zu beginnen.

Die letzte Tat eines ereignisreichen Tages war der Anruf bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Eiderdamm in der Hoffnung, dass unsere Sonde in Seenot den Rettern ins Auge fällt und geborgen wird oder durch die auflaufende Flut in das Eidersperrwerk gedrückt wird. Mit vielen gedrückten Daumen und der freundlichen Hilfe der Leitstelle vor Ort findet die Sonde von HELIOS II jetzt hoffentlich wieder ihren Weg zurück zu uns an die Hebbelschule. Wenn wir dann die Datenspeicher auch noch auslesen können, werden wir vielleicht nachvollziehen können, wo unser Wetterballonprojekt überall langgekommen ist.
Etwas Glück gehört zu der Wissenschaft eben auch immer dazu…

(Fortsetzung folgt hoffentlich bald)

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